Zum dritten Mal holt der Sänger und Gitarrist Otto Groote sein Publikum nun dorthin, wo er lebt und wo seine Lieder entstehen: in den Bremer Westen. Grootes Domizil am Findorffer Torfhafen zeigt eine erstaunliche Verbindung zu seiner Herkunft als Sohn eines Moorbauern. „Mein Vater und seine Kollegen haben teilweise in den Baracken gewohnt, die die Nazis in Esterwegen gebaut hatten“, sagt Groote. Für seine neues Album „Streuner und Träumer“, das er im Theater im Volkshaus mit Bassist Ralf Strotmann vorstellen wird, hat er „Das Lied von Esterwegen“ geschrieben, in dem es um das berühmte Lied der „Moorsoldaten“ geht.
Überhaupt dringen in diesem Album zunehmend gesellschaftspolitische Themen in Grootes fein gearbeitete Texte ein – wie auch in den Liedern „Elenya“, „Edelweißpiraten“ oder dem Hannes Wader-Cover „Erinnerung“. Diese finden sich auf der zweiten Seite, die „An die Welt“ betitelt“ ist. Die erste Seite „Für zu Haus“ ruft im Groote-typischen Sound voller „Gelassenheit, Schönheit und Beobachtungsgabe“ (NOZ) Sehnsüchte nach Ferne und Nähe, vertrauten und verlorenen Menschen wach.
In Ostfriesland, auf Spiekeroog, in den angrenzenden Regionen der Niederlande – es gibt Gegenden, in denen das Otto Groote Ensemble in den letzten fünfzehn Jahren besonders oft aufgetreten ist. Wo Grootes sanfte, warme Stimme noch etwas öfter aus den Radiogeräten strömt und Kritiker zu Aussagen wie diese bringt: „Otto Grootes Lieder sind zu Tränen rührend schön“ (Folkworld). Aber auch der Rest der Republik entdeckt nach und nach die Formation, zu dessen Stammbesetzung neben Bassmann Ralf Strotmann auch Gitarrist Matthias Malcher gehört. Die ersten Jahre hat die Band in der plattdeutschen Muttersprache Grootes gesungen. Heute legt sie den Schwerpunkt auf Lieder in hochdeutscher Sprache, ohne dass das Konzert-Publikum ganz auf den schönen Klang der plattdeutschen Sprache verzichten muss.
