Etwa 60 Gäste lauschten und lachten, während Gerhard Henschel sie im Theater im Volkshaus mit auf die Zeitreise seines Roman-Protagonisten Martin Schlosser nahm – vom ersten Band, dem Kindheitsroman, bis zum zwölften, dem Großstadtroman, den Sabine Stiehler vom Waller Logbuchladen druckfrisch auf Ihren Büchertisch legte.

Henschel hatte aber noch viel mehr mitgebracht: lachreizgefährdende Zungenbrecher, Jandl-Gedichte ohne Vokale, Fotos und 20-strophige Hochzeitslyrik der Goldenen Hochzeit von Oma und Opa Jever, bis in die Briefköpfe und Fettfinger perfekt gefälschte Briefe an Donald Trump, dilettantisch gefälschte Putin-Fotos des KGB, vom Hit-Produzenten Christian Bruhn (Marmor, Stein und Eisen bricht) komponierte und am Piano eingesungene Henschel-Chansons über die Hässlichkeit von kurzen Hosen und die Schönheit des Alters, und schließlich ein live vorgetragenes Karnevalslied über Jeschlechterjerechtichkeit als Zugabe.
Vor dieser entlockte Henschel-Fan Helmut Hafner dem Autor in einem Interview unter anderem, dass er es mit der Genauigkeit seiner Recherche zu den Schlosser-Romanen so weit treibt, dass er bei einem 2-stelligem Lottogewinn seiner Mutter in den 1970iger Jahren nicht nur die Gewinnquoten und die gezogenen Zahlen herausgefunden hat, sondern auch, in welcher Reihenfolge sie der Trommel entnommen wurden.
Auch Henschel war nach diesem Abend beglückt vom Publikum und vom Veranstaltungsort. Tante Henny Productions hat die Feuertaufe bestanden. Theaterleiter Alexander Hauer und ich gehen mit noch mehr Lust und Überzeugung die nächsten Projekte an.